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Zimmerpflanzen vermehren und die Ableger upgraden

Donnerstag, 16. April 2026 | 987 Wörter | Lifestyle

Die besten Wege um Zimmerpflanzen zu vermehren

Alocasia, Dieffenbachia und viele andere Zimmerpflanzen aus der Familie der Aroiden lassen sich sehr gut über Stecklinge, Ableger und Rhizome vermehren. Und schlicht weil es funktioniert, habe ich sehr bald damit begonnen.

Was du brauchst

Um sich mehr kleine Ableger und Babypflanzen zuhause zu züchten, braucht man erstmal nur Wasser und Wärme. Diese beiden Faktoren lassen sich sehr gut in einem Gewächshaus umsetzen. Und genau das habe ich mir in Miniatur zugelegt.

Erste Wahl: Semihydro im Gewächshaus

Mein Gewächshaus ist 15 cm x 10cm, aus Glas mit Metallrahmen und einer Klappe im Dach. Und dort hinein habe ich quadratische Gummiformen gestellt, welche ich aus einer Eiswürfelform ausgeschnitten habe. Sie sind 4cm x 4 cm und damit passen sechs Stück hinein.

Im Mini-Gewächshaus habe ich immer nur Alocasien-Rhizome in – natürlich – Semihydro aufgezogen. Im Boden der Formen steht immer etwas Wasser – wenn die Pflanzen noch nicht wachsen ohne Dünger – und die Rhizome werden bis auf die Spitze mit Substrat bedeckt. Das System ist so stabil, dass vielleicht alle zwei Wochen oder weniger Wasser nachgegeben werden muss und du vielleicht zum Lüften mal den Deckel kurz öffnest.

Zweite Wahl: Moos und Moosbox

Das Gewächshaus war die Hauptmethode für Alocasia und für Dieffenbachia machte ich immer Stecklinge in Erde. Aber das geht deutlich besser: weniger Bakterien und stabilere Bedingungen in der Moosbox. Innerhalb weniger Wochen treiben gesunde und frische Dieffenbachia- Stücke wieder aus und in einer geschlossenen Box funktioniert das besonders gut.

Nach meinem ersten Air-Layering mit meiner umgefallenen Dieffenbachia hatte ich viel lebendiges Moos. Und besonders in einer Box hat es einen wunderbaren grünen Teppich gebildet und die komplette Box gefüllt. Diese Box war auch komplett geschlossen. Wenn man Stecklinge oder Rhizome hat, legt man diese einfach auf das Moos und drückt sie leicht an, oder man bedeckt auch die Oberseite. Die Stecklinge treiben in Moos sehr schnell neu aus und du hast eine neue Pflanze.
Und es hat sich herausgestellt, dass die für mich unglaublich schwierige Alocasia reginula Black Velvet darin wieder kommt. Sie wächst sehr langsam, aber bald wird der Austrieb nicht mehr in die Box passen und sie wird die erste Pflanze bei mir sein, die in Moos leben wird.

Für Stecklinge scheint sich Moos besonders zu eignen und für Rhizome das Semihydro. Und wieviel Pflege brauchen nun Mini-Gewächshäuser und Stecklingsboxen?

Wenn das Moos in gutem Zustand ist, braucht eine teilweise geöffnete Box nur ab und zu etwas Wasser, selten auch mit etwas Dünger. Mein Moos wächst auf einer dünnen Schicht Pflanzenerde. Die feuchte ich leicht an, oder besprühe das Moos mit Wasser, etwa einmal die Woche.

Manchmal treten Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel auf. In meinem Fall war das Moos etwas schwach, da es Versand hinter sich hatte, wochenlang an einem Stamm eingewickelt war und nur feucht gehalten wurde. Da kann sich in einer Box ein bisschen Schimmel bilden. Diese Teile habe ich einfach rausgesammelt und entsorgt. Angetrocknete Teile lasse ich in der Regel drin. Ab und zu sprühe ich die Box mit Wasser ein, wenn ich keine Kondensation mehr sehe. Zurzeit bin ich von geschlossenen Boxen mehr überzeugt als von teilweise geöffneten, das Moos wächst einfach besser. Die geschlossenen Boxen öffne ich alle paar Tage nur einmal kurz, um Luft dranzulassen. Mehr Pflege brauchen sie nicht.

In Semihydro sollte man die Rhizome bis auf die Spitze bedecken, damit die Wurzeln gleich Halt finden und man weniger eingreifen muss, wenn sie loswachsen. Und bei Semihyro empfiehlt sich, alle zwei Wochen das Wasser zu tauschen.

Alles wächst und wächst

Im Pflanzen vermehren habe ich sehr guten Erfolg und alles wächst und wächst. Ich verliere ab und zu mal einen Steckling oder ein Rhizom, aber das ist echt selten. Jedenfalls muss alles was wächst, auch umgetopft werden. Meine Alocasia Zebrina hatte super gewurzelt als ich sie umtopfen wollte. Sie hat ihr Wasser im kleineren Topf immer in einem oder zwei Tagen verbraucht, also habe ich sie in einen Elho-Selbstbewässerungstopf geupgradet. Und sie scheint sehr glücklich.

Der erste Ableger meiner Alocasia Platinum wurzelte wie verrückt in den Übertopf und das seit Wochen. Deshalb habe ich ihr auch ein Upgrade gegeben und als ich die aus dem Topf hatte: sie war so stark verwurzelt!

Den zweiten meiner Alocasia-Platinum-Ableger musste ich leider aufgeben, der Stamm faulte und das ließ sich nicht stoppen.

Die Dummheit des Monats – umgestürzte Dieffenbachia

Sowas dummes muss man erstmal hinkriegen: zwei Dieffenbachien am selben Standort umstürzen haben. Nachdem die erste umgestürzte Dieffenbachia den Platz freigemacht hatte, habe ich meine andere beste dorthin gestellt. Auf einen Ständer aus ein paar gestapelten Kisten und darauf ein kleiner Blumenständer. Und der Topf ist zu leicht und zu klein. Und somit ist das nächste Prachtstück umgestürzt und viele Blätter sind abgebrochen. Sie sieht viel nackter aus als zuvor, aber noch ok. Deshalb lasse ich sie erstmal weiterwachsen und werde diese Ecke mit einem viel besseren Ständer upgraden müssen, damit ich dort die großen Dieffenbachien haben kann.

Das zweite Projekt steht auch an: die Pflanzen in meinem Terrarium versorgen: sie werden zu groß und dürfen auch mal durch neue Arten ersetzt werden. Für den Moment habe ich Sagina subulata Sternmoos eingesetzt und bald folgen neue Pflanzen!

Man sieht, dass meine Pflanzensammlung ständig angepasst werden muss. Pflanzen halten ist nun nicht gerade ein aktives Hobby, aber man kann sich auch Arbeit damit machen. Bei mir ist es aber so, dass ich meine Pflanzen auch für Wochen in Ruhe lassen könnte, und nicht immer an ihnen herumbasteln muss. Aber das wollte ich so, als Beschäftigung zuhause. Die man auch auslassen kann, wenn man keine Zeit hat.

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