
Mit der Alocasia Black Velvet habe ich bewiesen, dass Alocasien leicht totzukriegen sind und dass es verdammt schwer sein kann, sie aus Rhizomen zurückzubringen. Was für eine üble Geschichte die schwierigste Alocasia – reginula „Black Velvet“ für mich war:
Wie aus einer Ja-wieso-nicht-Pflanze ein monatelanges Theater wurde
Keine Pflanze wollte bisher so wenig bei mir leben, wie die Alocasia reginula Black Velvet. Mehrere. Und dabei mag ich sie garnicht mal so sehr. Ich wollte sie nur irgendwie „auch so dabei haben“. Denn sie hat schon einige Argumente, um sich zu verkaufen: eine samtige Blattoberfläche. Sie ist irgendwie weich und auch ein bisschen strukturiert von den Blattvenen zu den leicht gewölbten Zwischenräumen. Die Blattfarbe ist ein tiefes dunkelgrün, was Richtung schwarz geht (aber schwarz ist die Black Velvet nicht!). Und zusammen mit den Blattvenen ergibt sich ein schöner hell-dunkel Kontrast im Muster der Venen.
Die Black Velvet zog zusammen mit der Platinum bei mir ein und das war eine komische Situation. Ich hatte deutlich mehr für die Platinum bezahlt und eigentlich wollte ich aber hauptsächlich die Black Velvet. Und als ich die beiden dann aus dem Paket ausgepackt habe, war ich von der Alocasia Platinum viel mehr begeistert. Aber bestellt hatte ich ja wegen der Black Velvet.
Nunja, jedenfalls crashte mir die Black Velvet richtig schnell. War sie nach zwei Wochen weg? So scheint es mir. Da sie im Sommer verschickt wurde, war es warm und in der Erde hat sich Schimmel gebildet und der kam an die Pflanze. Sie sah nach ein paar Tagen etwas traurig aus und ich habe umgetopft. Da war nichts mehr zu machen. In der zweiten Woche war die schon Matsche.
Nochmal mit der Black Velvet versuchen
Dass mir die Black Velvet zack zack weggestorben ist, war unglaublich nervig. So enttäuscht zu werden braucht man nun wirklich nicht. Und zu diesem Zeitpunkt war das die dritte Pflanze, die nach dem Versand Zicken gemacht hat. Also wollte ich auch nichts mehr bestellen.
Doch ich bin über ein Gartencenter nochmal an eine Black Velvet gekommen. Und, eins vorweg, sie lebt auch heute noch. In ein paar Tagen dürfte das erste Blatt wieder gewachsen sein. Jedenfalls habe ich den Versand umgehen können und im Laden gekauft.
Doch die Black Velvet geben nicht auf, das Leben aufzugeben. Also hat sie bald Spinnmilben bekommen. Und da ich zu viele Geschichten online gesehen habe, habe ich sie erst vorsichtig mit Insektizid behandelt und dann härter. Und am Ende hat die Krone auch noch Fäule am Stamm eingefangen.

Na wunderbar. Da bleibt nur alle Blätter abschneiden. Und damit war für Monate Ruhe bei der Black Velvet, um genau zu sein Totenstille. Sie wuchs nicht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich auch Moos. Also warum nicht da reinsetzen und schauen was passiert. Und so ist meine Black Velvet zurückgekommen. Sie hat wieder gewurzelt und nach langer Zeit wieder einen Trieb gebildet. Dass ich sowas noch erleben darf.

Und sie war auch nicht alleine: ich hatte Rhizome im Topf gefunden. Alle natürlich dann eingepflanzt. Eins war sogar bewurzelt. Und so hat ein Black Velvet-Baby heute bei mir sogar zwei Blätter. Ein anderes hat Blätter gebildet und sie wegen Wurzelfäule wieder abgeworfen. Und damit leben jetzt vier Blätter verteilt über eine Moosbox, mein Terrarrium, mein Mini-Gewächshaus und einen Topf mit Semihydro. Na das ist ja mal jämmerlich.
Aber: eine von ihnen hat drei Triebe. Zwei andere haben Triebe. Und die Mutterpflanze ist kurz vor ihrem ersten Blatt. Also ein Erfolg ist das noch lange nicht, aber ich kann zumindest mit etwas weitermachen. Wie lange wohl, bis ich eine ausgewachsene Black Velvet haben werde?
Jedenfalls kann ich eins für mich sagen: die Black Velvet scheint geschlossene Boxen und Luftfeuchte vorzuziehen.
Und das ist auch mein einziger Pflegetipp: aufziehen mit hoher Luftfeuchte und in Ruhe lassen.
Und vielleicht wird die eine im Terrarium ja mal was. Kaufen werde ich jedenfalls keine mehr.



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