Kinder program­mieren Roboter

Sonntag, 1. September 2013 |
Veröffentlicht in Stadt Erlangen

539 Wörter

Zum zweiten Mal Lego Mindstorms bei der Ferienbetreuung des Familienservices

Roboter fahren durch die Turnhalle, Jungs sitzen in Grüppchen vor Laptops und bauen Maschinen aus Legoteilen. Die Ferienbetreuung des Familienservice der Universität Erlangen-Nürnberg hat alle Hände voll zu tun. Zum zweiten Mal führt sie das Lego Mindstorms-Projekt mit den Kindern durch. Mit den Mindstorms- Bausätzen lassen sich Roboter bauen. Die Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren sind begeistert.

ERLANGEN – „Ich mache mit, weil der Kurs gut klingt und gut ist“, erklärt der elfjährige Theo. Er setzt seinen menschenähnlichen Roboter in Bewegung. Seit zwei Wochen macht der Schüler beim Ferienprogramm mit.

Eike Schäffer, Masterstudent für Maschinenbau, leitet den Kurs. In Kooperation der Universität mit dem ITQ München erhielt er seine erste Schulung für das Mindstorms-Projekt. Schäffer: „Wir bringen den Kindern das Programmieren bei. Technik lernst du nur durch ausprobieren.“ Schäffer wird öfter von einem seiner Schüler um Rat gefragt. „Die Kinder lernen, sich selbst Wissen anzueignen.“ Er sieht große Zukunft in solchen Projekten: „Unsere Bildung muss einfach high-tech werden. Wenn man heutzutage Dinge multimedial angeht, hat man eine größere Hebelwirkung. Technik muss früher an den Schüler herangebracht werden. So weckt man über das praktische Verständnis das Interesse am theoretischen Teil.“

Die Kinder denken sich aus, wie sie ihre Ideen umsetzen können. Mindstorms zeigt den Kindern, dass Maschinen eigentlich aus ganz einfachen Teilen gebaut sind. Schäffer: „Wenn die Kinder sehen, es geht auch mit Lego, dann nimmst du ihnen die Angst vor der Technik.“ Mechanik lernen sie spielerisch und „wie man so baut, dass das Material nicht überlastet wird.“ Sind die Roboter erst einmal zusammengebaut, lernen die Kinder sie programmieren. Mit einer grafischen Benutzeroberfläche werden den „Jungingenieuren“ die Grundlagen des Programmierens klar. Die Kinder bauen einen Roboter, stellen die Steuervorgänge in der Software zusammen, spielen sie auf die Steuereinheit auf und lassen ihr Programm durchlaufen. Ob ihre Programmierung richtig und ihre Roboter stabil genug sind, können sie sofort ausprobieren. Schäffer steht ihnen mit Ratschlägen zur Seite. Die Mindstorms-Steuereinheit kann drei Elektromotoren bewegen und mit maximal vier Sensoren und Schaltern ausgerüstet werden. Mit Bauteilen von Lego Technik werden die Einzelteile des Roboters oder der Maschine gebaut.

Viel Ausprobieren

Eine Teststrecke steht auch bereit: Einige Kinder haben Fahrzeuge gebaut, die jeweils einen Fahrstreifen auf dem Boden abfahren. Um nicht vom Weg abzukommen, korrigieren sie ihre Fahrtrichtung selbstständig. Es muss nachgebessert werden: die Geschwindigkeit ist zu hoch und der Roboter kommt vom Fahrstreifen ab. Jan (14): „Die Software hat sehr viel mit ausprobieren zu tun.“ Die Gerätschaften stellen die technische Fakultät und der Familienservice zusammen. An jedem Arbeitsplatz können zwei bis vier Kinder arbeiten. Dazu brauchen sie einen Mindstorms-Baukasten, einen Laptop und die Mindstorms-Steuereinheit.

Die Betreuer sind zum Teil Studenten von Maschinenbau, zum Teil Lehramtsstudenten. Verena Poch (24) ist seit dreieinhalb Jahren im Familienservice der Universität dabei und ist für die Organisation zuständig. Sie studiert Deutsch, Geschichte und Sozialkunde für das Lehramt Gymnasium. Poch: „Das Projekt begeistert die Kinder und macht sie selbstständiger.“

Dieser Artikel ist in der Printausgabe der Erlanger Nachrichten vom 16.08.2013 erschienen.

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