Das erste Festival

Donnerstag, 21. August 2014 |
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Ein Festivalneuling im Norden Deutschlands: das Wacken Open Air 2012

Mit 22 Jahren das erste Mal auf ein Festival zu fahren, ist schon eine große Sache. In diesem Fall ist das Wacken Open Air das Ziel. Am besten steht man auf Festival mit einer Gruppe Mitfahrer da, denn schließlich machen Konzerte zusammen doch mehr Spaß. Dazu kann man sich vorab online informieren, wie die Termine der Konzerte stehen und sich seinen Tagesablauf der Konzerte (meißt engl. „running order“ genannt) zusammenstellen.

Für den Festivalneuling ist auch eine gute Vorbereitung nicht falsch. Grundsätzlich kann man sich ähnlich ausrüsten, wie zum Zelten: Zelt, Isomatte und Schlafsack sind Pflicht. Dann gibt es noch viele Kleinigkeiten, die die Tage auf dem Zeltplatz und das Feiern dort angenehmer machen. Kabelbinder sind manchmal sehr nützlich, wenn die Zeltplane droht zu reißen. Ein Campingstuhl macht die Tage auf dem Zeltplatz in gemütlicher Runde sicher entspannter. Sonnencreme sollte nicht fehlen, wenn man Stunden vor Bühnen bei der vollen Sonnenkur verbringt. Praktisch sind auch Feuchttücher, um schnell etwas gründlich zu reinigen. Toilettenpapier und Gehörschutz sind auch kein überflüssiger Luxus: auf dem Zeltplatz ist es immer laut, vor allem wenn man schlafen will. Auf keinen Fall den Hunger vergessen: Tüten- und Dosensuppen kombiniert mit Campingkocher sichern das Mittag; das tut auch alles, was nicht schnell verfällt. Dosenöffner, Besteck und Spülmittel zusätzlich. Hierbei dem Eintrittsticket besser einen Ehrenplatz geben und Bargeld nicht vergessen.

Konzerte – 3 Tage lang

Eine running order aufstellen ist gut und schön, aber ob man sie einhält, ist fragwürdig. Zum 23. W:O:A waren Amon Amarth, Volbeat, Dark Funeral, Saxon, Scorpions, Sepultura, Testament, U.D.O., Volbeat und Overkill zu sehen. Einige Shows, wie die von Sepultura und Volbeat hatten nicht genug Stimmung. Power fehlte leider auch bei Amon Amarth: zwar hatten sie ein gutes Programm, aber Technikschwierigkeiten. Erst nach dem ersten Drittel bemerkten die Techniker die fehlende Lautstärke und drehten auf. Danach gab es feinsten Viking Metal zu hören.
Interessante Einlagen brachten Scorpions. Die Bühnenshow der Scorpions bestand aus mit Metallgürteln und Leder bekleideten Tänzerinnen, die die Band in Funkenregen von Flex begleiteten, mit denen sie an ihrer Ausrüstung am Körper sägten. Eine schöne letzte Open-Air-Show, denn Wacken ist für sie als letzter Auftritt der Karriere geplant. In einem Akt von Selbstverherrlichung schoben sie allerdings eine große Skulptur von den Bandmitgliedern auf die Bühne. Es war etwas peinlich anzusehen, wie die Herren sich selbst überhöhen. Hätten sie lieber die Fans mit mehr Musik versorgt.

Sie hatten noch etwas Ungewöhnliches in der Hinterhand: der Schlagzeuger bekam Solozeit und die hat er genutzt. Indem er sich mit seinem Set 10 Meter über die Bühne hat heben lassen, und dabei die Zuschauer seine Schlagzeugkünste hören ließ. Eine tolle Idee, nicht nur für die Schlagzeuger im Publikum.

Starker Black Metal hinterlässt bleibenden Eindruck

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Dark Funeral auf der Party Stage

Wenn man auf Festival spontan Freunde auf Konzert begleitet, passieren wohl die besten Dinge: man sieht den besten Act auf Wacken 2012 – die schwedische Black Metal – Formation Dark Funeral. Sie waren kraftvoll und beeindruckend. In vollem Schwarz-Weiß Make Up haben sie die Partystage mit ihrer Musik gefüllt. Die durchgehend schnellen Songs handeln von der Verneinung des Christentums und der Verehrung des Bösen. Blasphemische und aggressive Texte erklären Jesus Christus zum Feindbild.
Faszination durch Angst: Konzerte mit ihrer hohen Lautstärke lassen den Körper Angsthormone ausschütten. Man gerät aber dabei nicht in Panik, sondern kann die pure Stimmung auf dem Konzert geniessen. Wie bei Dark Funeral gut nachzuvollziehen war. Ein Konzert, das man nicht vergisst.

Schlammschlacht wegen mangelnder Vorbereitung
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Schlammschlacht leichtgenommen

Das Team von Wacken hat leider das Wetter bei der Planung ignoriert: durch Regen in den Tagen zuvor und die vom Zeltplatz zu Konzerten marschierenden Fans wurden alle Wege ein einziger Sumpf aus Matsch. Auch die Konzertbereiche waren eine Schlammschlacht weit und breit. Extreme Fälle von Fans kamen komplett mit Schlamm bedeckt von den Konzerten, Einige veranstalteten im Schlamm auch Schlitterpartien. Die Wege wurden schwer begehbar und mit den Autos war Durchkommen nahezu unmöglich. Die Organisatoren haben hier deutlich versagt, das Festival vernünftig begehbar zu halten. So endete das Festival mit durch-den-Matsch-watenden und Autos-aus-dem-Schlamm-schiebenden Fans. Dennoch, auch eine ordentliche Menge Dreck hält die Fans nicht von tollen Konzerten ab!


Dieser Kommentar zum Wacken Open Air 2012 ist eine überarbeitete Fassung. Dem ursprünglichen Eintrag zum Festival mangelte es an Qualität, deshalb habe ich mich entschieden, ihn mit der Veröffentlichung des Kommentars zum Wacken 2014 neu zu erstellen.

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