Verfilmungen: Bitte nur ein kleines Stück

Dienstag, 23. Dezember 2014 |
Veröffentlicht in Kritiken

470 Wörter

Die guten alten Zeiten, in denen aus einem Buch noch ein Film wurde, sind wohl endgültig vorbei. Das Finale einer Trilogie macht diese in der Verfilmung sehr schnell mal zu einer Tetralogie. Oder ein einziges Buch wird in der Verfilmung in noch mehr Teile geteilt, als es ohnehin schon hat. Ein weiteres Mal 2 Stunden lang den Rest der Geschichte zu erleben war nicht nur in Harry Potter and the Deathly Hallows aus 2007 (Verfilmung 2010- 11) die Verlängerung der Spannung und Story, sondern auch in vielen anderen, wie auch aktuell Tribute von Panem- Mockingjay Part One oder Der Hobbit als Buch in drei Verfilmungen.

Dabei kommt die Frage auf, ob der Zuschauer davon nun wirklich ein tolles Kinoerlebnis nach dem anderen hat. Hat er einfach mehr von dem Buch, dass er so liebt, oder wird mit Details- und Effektgeheische einfach nur noch einmal Geld in die Kinokasse gebracht? Als großes Problem dieser Aufteilungen ist immer das Ende zu sehen. Oder in diesem Fall eher, es nicht zu sehen. Denn ist der erste Teil der Verfilmung erst mal um, dann heißt es wieder 1 Jahr oder länger warten. Denn man will die Story sehen, die gerade so spannend war, und an der besten Stelle abreißt. Das Ende des Films, aber nicht das Ende der Story zu sehen, ist eine sehr frustrierende Angelegenheit. Denn der Film ist kein in sich abgeschlossenes Werk, sondern unfertig und fühlt sich schnell lieblos abgeschnitten an.

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Abgesehen vom Ende kann vieles in der nun längeren Laufzeit ausgebaut werden. Im aktuellen Teil der Tribute von Panem- Trilogie wurde die Handlung durch Einschübe sehr viel ruhiger. Die stimmungsvollen Szenen mit wenig Handlungsfortschritt sind ein echter Kontrast zu schnell dahinziehender Action des Kampfes gegen das Kapitol. Auch die Hobbit-Reihe zeichnet sich durch Nebencharaktere und weitere Handlungsverläufe aus, die ein Zwei-Stunden-Streifen sich nicht leisten könnte. Das ist schön in einem Film wie Hunger Games, stört aber bei einem Harry Potter oder Hobbit. Ein Film, der eh schon langsam ist, sollte eher beschleunigt werden.

Bleibt am Ende eines Teils die Spannung auf den Rest der Story im nächsten Teil, oder der Ärger über das Warten, das neu zu zahlende Kinoticket oder darüber, dass dem Zuschauer der Rest der Geschichte vorenthalten wird? Das weiß am Ende jeder für sich selbst. Im Fall der Tribute ist es die Spannung, im Fall des Hobbits fühlt es sich eher genervt an. Längen kürzen ist in einer vom Buch zur Trilogie aufgestockten Verfilmung wichtiger als sonstwo. Auch wenn eine lange Laufzeit nach Raum für Möglichkeiten ausschaut, verlangt sie genauso Sparsamkeit und Grenzen.

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