Transcendence – Johnny Depp erreicht eine neue Stufe der Evolution

Freitag, 25. April 2014 |
Veröffentlicht in Kritiken

498 Wörter

Dr. Will Caster (Johnny Depp) ist auf dem besten Weg, künstliche Intelligenz zu erschaffen. Einen Computer, der denken kann, wie es Menschen können. Er will dem einen kompletten Raum füllenden Computer PINN Leben einhauchen. PINN kopiert die Gedanken des angeschlossenen Lebewesens und kann diese zur Simulation einer Persönlichkeit benutzen. Doch bevor Caster seinen Traum erfüllen kann, das komplette Wissen und damit die Persönlichkeit eines Menschen hochzuladen, wird er von Technologiegegnern angeschossen und durch einen Trick vergiftet. Er hat noch wenige Wochen zu leben.

Er will das erste menschliche Versuchskaninchen spielen und überredet seine Frau Evelyn (Rebecca Hall), ihn in den Computer hochzuladen. Dies gelingt tatsächlich, sodass der Computer mit seiner Stimme spricht, seine Erinnerungen hat, kurzum: ihn darstellt. Die Maschine lernt auch, zu empfinden. Und ihr Drang nach Wissen wächst.

Eine Terrororganisation nimmt den Kampf gegen diese Maschine sofort auf und versucht ihren Drang nach Wissen aufzuhalten, denn sie fürchten, der Computer wird die Menschheit beherrschen wollen. Doch Evelyn verbindet Caster’s digitales Ich mit dem Internet, sodass er jeden vernetzten Computer für sich benutzen kann. Er hackt sich in Banken und Regierungsbehörden und verdient Millionen, mit denen seine Frau ihm in der Wüste ein gigantisches Rechenzentrum baut. Caster als Computer sammelt mehr und mehr Wissen; er ist in der Lage, Krankheiten zu heilen und erschafft Zellen, die in Sekundenschnelle zur kompletten Regeneration jeden Materials fähig sind. Seine Frau bindet sich emotional an die Maschine, die so sehr wie ihr verstorbener Mann ist. Seine Skeptiker beginnen, ihn mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Ein außer Kontrolle geratenes Computersystem mit sehr menschlichem Touch und edlen Zielen nimmt den Menschen ihren freien Willen und erschafft Menschen und Dinge von unglaublicher Regenerationsfähigkeit, die im Film beeindruckend dargestellt werden. Ein Film, der auf wieder andere Weise mit der Zukunftsangst der Menschen spielt. Eine oft verfilmte Grundidee der übermächtigen Maschine mit schöner Ausführung, bildlich ansprechend hergestellt und mit Johnny Depp’s Charisma macht Transcendence zu einem Film, dessen Handlung einen noblen Ausgangspunkt hatte. Aber durch die Angst der Menschen vor dem Ungewissen mündet das wenig actionlastige Effekteschauspiel in einer grundlegenden Lebensumstellung für die ganze Menschheit des 21. Jahrhunderts.

Es ist beeindruckend und wirkt überzeugend, wie ein Mensch zum Computer wird. Doch ist er noch ein Mensch, und ist er noch derselbe? Bringt Technologie die Heilung der Menschheit und des Planeten Erde? Oder ist der geniale Wissenschaftler zur emotionslosen, machtgierigen Blechkiste verkommen? Der Film wirft die Frage auf: verlieren die Menschen sich auch heute schon in der Technologie, die sie jeden Tag begleitet? Kann das glücklich machen? Sehen Sie selbst:
Transcendence mit Johnny Depp, Morgan Freeman und Rebecca Hall ab dem 24.04.2014 in den deutschen Kinos.
3 von 5 Sternen für den Blick in die mögliche Entwicklung einer aktuellen Problematik.

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