Katniss‘ letzte Hunger­spiele in Mockingjay II

Donnerstag, 17. Dezember 2015 |
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748 Wörter

Es ist Zeit für das Showdown: Katniss Everdeen, die Heldin von The Hunger Games – Die Tribute von Panem wird zur Kämpferin in der Revolution. Sie ist da, wo sie hinwollte. Doch die Anführerin Coin von Distrikt 13 vertraut ihr nicht ganz. Katniss gefährdet ihre Macht.

Katniss ist weiter die Galeonsfigur der Revolution in Panem, der Mockingjay/Spotttölpel.
Und deshalb darf sie nicht in der Revolution mitkämpfen. Sie ist eben einfach zu wertvoll als Heldin. Doch das nützt alles nichts: Katniss setzt ihren Kopf auf eigene Faust durch und was passiert: Der Kampf gegen das Kapitol läuft auf Distrikt 2 hinaus. Dort ist die Festung "Nuss" die letzte militärische Bastion des Kapitols, sie muss erobert werden. Doch der riesige Bunker steckt in einem Berg. Da kommt keiner rein.

Gale heckt mit Beetee einen Plan aus, sodass die Soldaten aus der "Nuss" rauskommen müssen. Katniss erwartet sie am Ende des Tunnels der Zugversorgung.

Ein Zug kommt.

Der Zug hält, Soldaten steigen aus und ergeben sich. Katniss steht ganz vorne, in ihrer Kampfrüstung des Spotttölpels. Einer der ausgestiegenen Soldaten geht mit gezückter Waffe auf Katniss zu. Sie redet auf ihn ein. Er drückt ihr die Pistole in den Hals. "Nenn mir einen guten Grund, warum ich dich nicht töten sollte." "Kann ich nicht."

Ein Schuss peitscht durch die Nacht und Katniss stürzt zu Boden.

Das Kapitol wird zur Arena

Katniss versucht im letzten Teil der Filme, dem Widerstand mit Videos, sogenannten Propos zu helfen, wo sie den Mockingjay spielt. Deshalb schleicht sie sich mit einer Kamera-Crew durch die Außenbezirke des Kapitols, das unter schweren Angriffen der Rebellen steht, um Präsident Snow zu stürzen. Und der ausgekochte Präsident hat eine neue Arena für sie auf Lager: überall sind Fallen platziert, die das Team von Katniss angreifen und sie töten wollen.

In diesem letzten Film um das starke Mädchen Katniss, das gewaltig austeilen kann, aber auch Gefühle wie jede andere Frau hat, ist Katniss ein leuchtendes feministisches Ideal. Sie ist stark und weiblich, nicht den Männern angeglichen. Sie war ein Außenseiter-Mädchen, jetzt ist sie das Gesicht der Revolution. Sogar dabei kann sie sich ihre eigenwillige Persönlichkeit erhalten und verbirgt ihre Emotionen nicht.

Doch am Anfang von diesem Film verliert Katniss ihren Partner aus den Hungerspielen: Peeta. Er war im Kapitol gefangen und Präsident Snow hat ihn solange gefoltert, dass er Katniss hasst, verflucht und sie töten will. Sie verliert ihren Verbündeten auf schmerzlichste Weise: er wendet sich gegen sie. In diesem Film muss Katniss viele Opfer miterleben: im Kampf um das Kapitol sterben viele ihrer Freunde vor ihren Augen. All diese Qualen schwächen Katniss extrem. Doch sie ist nur noch mehr entschlossen, Snow zu töten.

Abschluss der Film-Quadrologie

Wieder schaffen es die Filmemacher, das Buch von Suzanne Collins gut umzusetzen. Wichtige Elemente von Katniss' Weg sind vertreten und gut in Szene gesetzt. Der Film und Jennifer Lawrence machen Stimmung und die perfide Grausamkeit, die sich durch die Geschichte strickt, ist weiter präsent.

Die Teilung des letzten Buches in zwei Verfilmungen scheint gerechtfertigt und den Film storymässig zu entschleunigen wirkt sich gut auf das Bildgeschehen aus. Die Stadt als Arena funktioniert, und schlussendlich gibt es Lösungen für die Probleme in Panem: Eine Lösung von dem Problem Präsident Snow, eine Lösung für das Problem Distrikte vs. Kapitol und endlich auch eine Lösung für Katniss, Peeta und Gale. Und es endet dort, wo es angefangen hat. Mit einem neuen Leben, das Katniss verdient hat. Passt dieses Ende zu der energischen, aber emotionalen jungen Frau, oder ist es ihr aufgedrückt? Nein, es ist verdient, es passt.

Der Abschluss der Kino-Quadrologie ist eine sehr schön aufgezogene Story aus postmodernen Versatzstücken von alten Vorbildern, die aber auch ordentlich Innovation zeigt. Weil die Autorin Collins ihre Vorstellungskraft glaubwürdig auf das Papier bringen konnte, und die Verfilmung keine Abstriche hinnehmen muss. Und dabei die Fragen der Unterhaltung, der Schere Arm-Reich und modernes Frausein beleuchtet. Ein Action-Drama mit Biss.

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