Eine Seuche soll die Erde retten – Inferno

Montag, 24. Oktober 2016 |
Veröffentlicht in Kritiken

506 Wörter

Es ist ein neues Weltuntergangsszenario: In Inferno ist Professor Robert Langdon auf einer Mission, die Vernichtung der Menschheit zu verhindern. Der geniale Wissenschaftler Bertrand Zobrist ergreift seine eigene Massnahme gegen das gefährlichste Wesen auf der Welt: die Menschheit. Sie muss halbiert werden, um die Vernichtung des Lebensraums zu verhindern. Und dafür gibt es nicht besseres, als einen biochemisch erschaffener Krankheitserreger. Und welcher Ort könnte besser zur Verbreitung sein, als einer, wo Menschen aus aller Welt zusammenkommen?

Kryptologie-Erfolgsrezept quer durch Dante

In Inferno wird Symbolologe Robert Langdon einmal mehr durch prächtige antike Bauten und Geheimtüren eine Schnitzeljagd unternehmen, die diesmal auf Dante Alighieris Darstellung der Hölle basiert. Langdon ist unterwegs, weil er in die Machenschaften eines skrupellosen Weltverbessers hineingezogen wird. Der Wissenschaftler Zobrist hat einen Supervirus in einer Touristenstadt deponiert und der Countdown läuft. Bald wird ein Virus freigesetzt, der die halbe Menschheit vernichten kann.

Doch Zobrist hat scheinbar eine Schwäche für Schnitzeljadgen und hinterlässt quer durch die Kunst von Venedig und Sophia ein Puzzle von Hinweisen. Jemand muss seinen Plan zueende führen, sollte er getötet werden.

Wie praktisch für die WHO, die natürlich die globale Seuche verhindern will und dazu Robert Langdon als Symbolologe hinzuzieht. So wird Langdon in ein neues Abenteuer verwickelt, mit einer deutlichen Motivationsförderung: er ist mit der Seuche infiziert und auf der Suche nach einem Gegenmittel.

Tom Hanks und Felicity Jones bestreiten dieses Abenteuer quer durch die Welt und Robert Langdons Symbolologie ist einmal mehr der Ansatzpunkt für eine Schnitzeljagd durch Kunst und Architektur. Und diese glänzt in Inferno. Geheimtüren, Verfolgungsjagden und der Kampf von Menschen mit unterschiedlichen Interessen veranstalten einmal mehr ein Schauspiel auf der Leinwand. Doch das zieht sich teilweise etwas hin. Dass Langdon Codes und Hinweise in wertvoller Kunst entschlüsselt, ist ein schönes Detektivspiel. Genau das konnte man auch in seinen anderen Missionen sehen: Illuminati, Meteor und Sakrileg zum Beispiel.

Detektivspiel Inferno durch Touristenattraktionen

Das Gebilde von Dan Brown mit Hinweisen in Masken, Gemälden und Statuen macht ein spannendes Detektivspiel, das aber einem bekannten Schema folgt. Der Böse hat einen gewissermaßen edlen Plan und die Figuren im Film haben ganz unterschiedliche Ziele, die auch mal umschwingen. Sie alle kämpfen gegeneinander und verraten auch mal ihre Partner. Die unterschiedlichen Gruppen tricksen einander aus und Das sorgt für genügend Action zusammen mit einem Versatz von Kultur, der zwar nicht unbedingt realitätsnah ist, aber im Verlauf des Films doch Spannung erzeugt.

Insgesamt ist die Schnitzeljagd etwas lang, aber ein abwechslungsreicher Kleinkrieg der Interessengruppen. Das Detektivspiel a la Sherlock Holmes ist immer spannend, obwohl es weniger genial als dieser daherkommt. Doch so ist es auch gut nachvollziehbar, denn nicht jeder kennt sich so gut mit Kultur aus wie Langdon. Das Ganze ist jedoch schon bekannt und folgt dem Schema. Alles zusammen betrachtet, erzielen Tom Hanks (Robert Langdon) und Felicity Jones (Sienna Brooks) nur 5 Sterne in Sachen Spannung und 7 Sterne im Kunst-Detektivspiel. Das macht eine runde Nummer: 6 Sterne.

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