Der letzte Tag muss Der geilste Tag sein

Donnerstag, 3. März 2016 |
Veröffentlicht in Kritiken

570 Wörter

Todkrank sein und schon auf der Sterbestation liegen, da hat das Leben nicht viel zu bieten.
So sieht es für Benno (Florian David Fitz) und Andi (Matthias Schweighöfer) in " Der geilste Tag" aus. Doch das stimmt garnicht: denn Benno meint, jetzt lässt er es nochmal richtig krachen. Also schnappt er sich Andi, der auf seine Lungentransplantation wartet, zieht ordentlich Geld an Land und fliegt mit ihm los. Als die Bett Boys machen sie einen Video Blog auf und ab geht's: erster Klasse nach Südafrika.

Die beiden Jungs haben schwere Krankheiten: Benno wird an einem Tumor oberhalb des Gaumens sterben, und wenn Andi keine Lunge bekommt, wird eine Lungenfibrose sein Ende sein. Bennos Tumor ist mit einem amüsanten Problem verbunden: er fällt eben einfach mal um und schläft. Von Null auf Hundert. So auch, als die beiden mit dem gelben Flitzer über die Autobahn brausen. Natürlich mit Benno am Steuer.

Dieser Tag, den die beiden verbringen wollen, führt sie nach Mombasa, Südafrika, und dabei in ein Luxushotel, in einen Camper-Caravan oder lässt einen von ihnen an einem Fuß von einem Kran hängen. Man hätte ja auch nicht die ganzen Schmerztabletten futtern müssen.

Am 25. Februar 2016 kamen die Jungs mit ihrer Story vom letzten Tag des Lebens in die deutschen Kinos, um dem Publikum zu zeigen, dass man einen draufmachen soll, wenn man eh nichts zu verlieren hat. Komisch nur, dass nur einer von ihnen was zu verlieren hat. Und das verliert er auch. Der Zweite verliert was ganz anderes. Sie beide lernen über sich selbst auf dieser Reise, und kommen endlich mal raus. Was ihnen beiden wirklich gut tut.

Lacher und Ernst verbunden

Andi und Benno passieren so einige verrückte Sachen, sodass es bei diesem Kinobesuch immer was zu lachen gibt. Andi setzt sich aktiv mit dem Sterben auseinander, Benno dagegen will das Leben richtig anpacken. Zwei unterschiedliche Bewältigungsstrategien lassen die Jungs über sich hinauswachsen und auch den Ernst des Lebens erfahren. Dabei ist auch das Thema Bloggen stark in den Film eingebunden. Benno und Andi dokumentieren alles für YouTube, das Andi die Möglichkeit bietet, Anerkennung von außerhalb des Krankenhauses zu erfahren. Wie werden die Beiden sterben? Das fragt sich der Zuschauer bei diesem Film unweigerlich. Schliesslich sollen das die letzten Tage ihres Lebens sein, da muss der Tod am Ende stehen.

Viele tolle Szenen in der Natur, witzige Geschehnisse und viel Humor sind in diesem Film zu sehen, genauso wie herauskommt, dass sich hinter der Krankheit verstecken nur Unglück bringt. Bei dieser Geschichte fragt man sich, ob sie zwei Sterbenden wirklich möglich ist. Fakt ist: hätten sie ihren verrückten Trip nicht unternommen, hätten sie es bereut. Was dem Zuschauer wohl sagen soll: Warte nicht auf morgen und tu jetzt das, was du wirklich willst.

Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz scheinen das Motto Going out with a bang (Es nochmal richtig krachen lassen) wirklich ernst zu nehmen und erleben einfach mal die Welt, wie sie ist. Dass sie dabei einen abgedrehten, nicht-konformistischen Ansatz verfolgen, macht die Stimmung im Film aus und sagt dem Zuschauer: aus Konventionen bricht man aus, wenn man was erleben will.

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