Wie dein Smartphone dich ausspioniert

Artikelserie – Wie dein Smartphone dich ausspioniert – Teil I

Geheimdienste überwachen per Smartphone

Coverbild der Artikelserie Wie dein Smartphone dich ausspioniert

Die Reform des Patriot Act duch den Freedom Act vom 02. Juni 2015 hat eine erste Änderung an der Gesetzesgrundlage des Datensammelwahns der National Security Agency (NSA) zu gültigem Gesetz gemacht. An der elektronischen und allgemeinen Überwachung hat dies jedoch nicht viel geändert. Wie sieht es in der Zeit der Smartphones aus? Unsere täglichen elektronischen Begleiter sind häufig oder dauerhaft mit dem Internet verbunden. Und dort wird der normale Facebook- oder Google-Nutzer von Geheimdiensten erwartet und es wird fleißig protokolliert, wie der Nutzer im Internet surft. Alles im Namen der Gefahrenabwehr.

Die EU-Kommission hat das Privacy Shield-Programm beschlossen, welches die Überwachungsaktivitäten der USA an das gültige EU-Recht anpassen soll, nach welchem zuvor das Safe Harbor-Abkommen vom Europäischen Gerichtshof abgelehnt worden war. Das neue Programm Privacy Shield wurde vom EuGH als den europäischen Datenschutzanforderungen gerecht werdend beurteilt.

Die USA versichern, dass es keine willkürliche Massenüberwachung geben wird. Das ist natürlich eine erfreuliche Entwicklung, allerdings ist eine Zusicherung kein Fakt. Wie wird dieses Versprechen gehalten? Zunächst werden Firmen verpflichtet nachzuweisen, dass sie die Regelungen des Datenschutzes einhalten. Zwar sind die geheimdienstlichen Überwachungen damit eingeschänkt, aber: es existieren 6 Ausnahmefälle, die eine massenhafte Datensammlung erlauben (festgelegt in der Presidential Policy Directive 28 vom Januar 2014).

  • Terrorbekämpfung
  • Spionage aufdecken
  • Spionage abwehren
  • Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen
  • Verfolgung transnationaler krimineller Bedrohungen
  • Bedrohung der Streitkräfte

Das ist grundlegend richtig und sinnvoll, schliesslich möchte man als Bürger vom Staat, dass dieser für Sicherheit vor Gewalt und Bedrohung sorgt. Doch ist es nach wie vor so, dass die Geheimdienste, darunter besonders bekannt die NSA, Zugriff auf die Nutzerdaten großer Unternehmen haben. Wichtig sind dabei besonders Google als Tochter von Alphabet, sowie auch Yahoo.

Google fällt auf Webseiten durch seinen Cookie-Hinweis auf, der für Dienste wie Google Analytics genutzt wird. Dabei werden Nutzungsprofile von Elementen der Website erstellt, sowie Informationen über die Besucher wie z.Bsp Alter und Herkunft gespeichert. Dafür ist die Zustimmung der Nutzer erforderlich, bzw. ist es erforderlich, zu widersprechen, möchte man nicht gespeichert werden. Doch kann das Tracking der Aktivitäten nicht einfach abgestellt werden. Schliesslich ist der Hinweis nur ein Text, der den Nutzer über Cookies informiert.

Die Cookies der Google-Dienste in den Zusammenhang gestellt, ergeben ein großes Ganzes der Internetnutzung besonders auf dem Smartphone.

Android als Googles hauseigenes Betriebssystem beinhaltet viele Google Apps, in denen Daten erfasst werden, die wiederum für Werbung eingesetzt werden. All das hält die Dienste kostenlos, der Nutzer hat also wirklich was von der Datensammelei.

Das Problem ist leider, dass wir dem Smartphone viel anvertrauen, obwohl es gar kein vertrauenswürdiges Gerät ist. Wenn ich nun in mein Smartphone Passwörter eintippe, können Die dann mitlesen? Sicherlich. Denn xKeyscore, ein Log-Programm der NSA für Tastatureingaben, sammelt auch das Getippte. Mithilfe von Cookies können die Daten einer Person zugewiesen werden. Ein Cookie kann nämlich eine Identifikationsnummer beinhalten, und somit müssen die Daten nur noch zusammengestellt werden. Diese Daten werden über einfache Bürger gesammelt:

  • eMails
  • Chats
  • Browser-Traffic
  • Bilder
  • Dokumente
  • Anrufe
  • Webcam Photos
  • Internet-Suchen
  • Analyse-Traffic von Werbung
  • Social Media-Aktivitäten
  • Traffic von Bots
  • gespeicherte Tastatureingaben
  • Usernamen und Passwörter
  • Dateiuploads
  • Skype-Kommunikation

Alles in Allem ist das Smartphone ein Hub für personenbezogene Daten aller Art und ist leicht auszuspionieren, denn die Nutzer sichern ihr Telefon nicht wie einen normalen Computer ab. Allerdings ist es auf technischem Wege eher unwahrscheinlich, dass man sich gegen Geheimdienste schützen kann. Die Technologie existiert nicht. Anders als mit Gesetzen ist solchen Behörden nicht beizukommen. Und ihnen das Leben mit Verschlüsselungen und Vorsicht schwerer zu machen, ist der erste Schritt.

An solchen Entwciklungen ist erkennbar, was Staaten fürchten: ihre Bürger. Mit mehr und mehr Überwachung wird im Leben der Menschen herumgestochert. Wenn Behörden sich zu geschützten Daten Zugang verschaffen, was hindert sie daran, unliebsame Bürger ein bisschen in den Dreck zu ziehen? Ob nun mit ihren Geheimnissen oder mit Falschinformation, Verfolgung ist einfach geworden. Haben die Bürger die Macht über diese Dienste, denn sie sind das Volk?

Wie können Bürger noch die Kontrolle über die Regierung haben, wenn sich die Überwachungstechniken ihrer Kenntnis entziehen? Technologien wie das Smartphone, mit so viel Potenzial, können nicht mit vollstem Vertrauen genutzt werden. Weil Behörden glauben, ihre Bürger mit Überwachung zu schützen. Dabei ist bekannt, dass Überwachung mehr den Bürgern, als den Staatsgegnern schadet. Fühlt sich der einfache Bürger ständig online verfolgt?

Dass man von Firmen geloggt wird, ist fast noch verständlich. Kostenlos heißt nur, dass etwas kein Geld kostet, mit Daten kann man trotzdem bezahlen. Unternehmen wirtschaften, sie müssen ihr Geld verdienen. Dieses Tracking ist nicht schön, kann man aber verstehen. Aber dass Regierungen Bürger digital verfolgen? Das ist die Suche nach Macht, die ihnen nicht zusteht. Staaten, die ihre Bürger verfolgen, vertreten sicher nicht deren Interessen. Ihre eigentliche Aufgabe.

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