John Oliver’s Unten-ohne-Foto macht Snowden anschaulich

Mittwoch, 8. April 2015 |
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534 Wörter

John Oliver reist nach Moskau mit seiner Comedy/News Show Last Week Tonight, um mit Edward Snowden ein eindringliches Gespräch zu führen. Denn es geht um Oliver’s Penis.

Schon in der Einleitung weicht Oliver die Zuschauer für das Thema Surveillance – Überwachung auf. Oliver macht eine spaßige Nummer aus der Geschichte rund um NSA und den Patriot Act. Garniert mit einer Schildkröte, die Sex mit einem Gummi-Clog hat.

Es ist schlicht lustig. John Oliver wollte der NSA-Debatte rund um Snowden noch einmal den Schlag mit dem Defibrillator verpassen, damit die Amerikaner vor dem 01. Juni 2015 wieder klar sehen in Sachen Überwachung durch die NSA.

Snowden bleibt sachlich

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Snowden tritt zum Interview auf, mit dem er eine wichtige Botschaft überbringen will. Auch nachdem um die Debatte Prism, XKeyscore und NSA schon Jahre ins Land gegangen sind. Und so wird der erste Witz von Oliver über Snowdens Heimweh von ihm noch aufgenommen. Doch Oliver fährt die Späßchen -Schiene weiter und das irritiert Snowden sehr. Er versucht mehrfach, seine Argumente in einem weit gesteckten Rahmen rauszubringen, doch Oliver ahnt, dass seine Zuschauer bei trockener Theorie direkt wegschalten oder vielleicht noch die Fernbedienung nach dem Fernseher werfen werden. Snowden lässt sich auf Olivers Ansatz ein, auch wenn er weiterhin sehr sachlich bleibt. Oliver packt sein Beispiel aus: seinen Penis. Nur ein Foto davon.

News müssen auch unterhalten

John Oliver nimmt mit seiner platten Art und vielen Witzchen die Debatte um den Patriot Act auf, und beweist seine Qualitäten als Comedian und als Nachrichtensprecher im weitesten Sinne. Anhand seines Penis-Beispiels erklärt Snowden, dass die NSA ohne Probleme Zugriff auf dieses Foto hat, wenn es die Grenzen der USA z.Bsp. per eMail überschreitet. Und ganz klar ist, dass niemand möchte, dass seine privaten Fotos von der Regierung der Vereinigten Staaten durchschnüffelt werden, ohne jeglichen Anlass. Oliver macht aufmerksam, dass am 02. Juli der Patriot Act erneut ratifiziert wird, wonach jeder US- und Nicht-US-Bürger elektronisch überwacht werden darf, wenn es der Bekämpfung von Terror dient. Nur ist die Formulierung des Gesetzes so weit gefasst, das eine komplette Überwachung und Speicherung jeder Art Daten über Jedermann damit genehmigt ist. Ein absolut undemokratisches Gesetz mit viel Macht zur Kontrolle und Einsichten in Privatsphäre, die nicht sein dürfen.

Oliver jedenfalls macht eine trockene Debatte um ein so wichtiges Thema wie Metadaten über normale Bürger unterhaltsam und nimmt dem Ganzen die Langeweile. Schließlich ist das Thema recht abstrakt und ein einfacher Bürger fühlt sich leicht machtlos gegenüber geheimen Regierungsorganisationen.

Macht zur Veränderung

Die amerikanischen Bürger können der NSA und anderen Geheimdiensten ihre undemokratische Grundlage entziehen, wenn sie dagegen aktiv werden. Der Patriot Act wird am 01. Juni 2015 von Obama erneut unterzeichnet und wird erneut vier Jahre gültig. Mal sehen, ob John Oliver dann weiterhin keine Penisfotos mehr senden kann.

Das Interview kann unter Snowden im Interview mit John Oliver wegen Patriot Act abgerufen werden.

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