Auch Studierende müssen arbeiten: Nachhilfe

In der Serie Auch Studierende müssen arbeiten gebe ich ein paar Tipps zum Job neben dem Studium als Checkliste und stelle nach und nach drei Jobs vor, die ich mit meinen eigenen Erfahrungen beschreiben kann.


Wer ist geeignet?

Für Nachhilfe muss man mehrere Sachen mitbringen. Zuallererst zählt für dich: Magst du Kinder? Denn Schüler sind deine Kunden. Wenn also die Vorstellung eines kleinen Bruders,
dem du bei den Schulaufgaben helfen musst, dich völlig entnervt, lass es lieber sein.

Weiterhin sollte dein Geduldsfaden nicht der kürzeste sein. Du solltest Lust haben, einem Schüler etwas beizubringen,
was dir selbst absolut einfach vorkommt, aber dein Schützling überhaupt nicht versteht. Hier ist gefragt, dass du mit Geduld und Ruhe dieselben Aufgaben wie zuvor
nocheinmal erklärst, erledigen lässt und kontrollierst.

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Dass du selbst ein umfangreiches Wissen über das jeweilige Thema und Schulfach haben solltest, erklärt sich für die Nachhilfe von selbst. An der Stelle hat natürlich der Ingenieurstudent den Vorteil, dass Mathe Grundlage ist,
und der Lehramtsstudent diesen Bonus: Wissen haben und vermitteln ist sowieso sein täglich Brot.

Was gehört dazu?

Vorbereitung und Materialien sind in der qualifizierten Nachhilfe wichtig. Konkret bedeutet das für dich, dass deine Arbeitszeit etwas länger ist, als die wirklich abgehaltene Nachhilfestunde.
Du musst zusätzliche, aber denen der Schule ähnliche Übungsaufgaben locker sitzen haben. Diese bereitest du anhand der Schulbücher oder anhand zahlreicher Trainer aus dem Buchhandel vor,
oder du erstellst sie komplett selbst. Wieder ist der Lehrer in spe hier im Vorteil, adäquate Materialien erstellen braucht er im Beruf ständig und bereitet sich somit gut vor.

Was gibt's für's Konto?

Erstellen von Materialien kostet Zeit. Als Nachhilfelehrer kannst du privat deinen Stundenlohn frei vereinbaren. Dieser kann gute 20€ betragen. Ein enormer Vorteil gegenüber anderen Jobs, wo ein guter Aushilfsjob ca. 10€ die Stunde einbringt.
So hoher Stundenlohn ist aber angemessen: abgesehen von der Vorbereitungszeit sollte man auch die Anfahrt des Nachhilfelehrers einrechnen.

Die Anfahrt ist für den Stundenlohn wichtig, weil Nachhilfe meißt bei dem Schüler zuhause stattfindet. Damit muss der Nachhilfelehrer auf Achse sein. Die Zeit ist verloren und sollte entlohnt werden. Bei größeren Entfernungen (ab 5-10km) ist eine Kilometerpauschale denkbar.
Außerdem hat Nachhilfe bei dem Schüler zuhause den Vorteil, dass der Schüler in gewohnter Umgebung lernt. Ach schützt das den Nachhilfelehrer vor Vorwürfen des Missbrauchs, denen man als Pädagoge leicht einmal ausgesetzt sein kann.

Noch ein paar allgemeine Tipps

Mach es unterhaltsam. Auf welche Weise auch immer etwas Interesse an der Sache geweckt wird, mit Engagement lernt es sich für den Schüler leichter.

Reduziere. Lehrinhalte auf Schulniveau gehören immer vereinfacht. Als Studierender hat man viele komplexe Sachen zu durchdenken und verliert den Blick für die elementaren Dinge, die die Schule behandelt.

Öffentlichkeit herstellen. So entgehst du dem Vorwurf des Missbrauchs: Jemand kann euch beide sehen oder hören. Das kann bei dem Schüler zuhause schwer machbar sein, wenn alle anderen Personen außer Haus sind. Richte die Situation so ein, wenn du kannst.

Lückenfüller schnell hervorzaubern können ist nützlich. Der Schüler ist schnell mit den Aufgaben durch, die Sachen sind zuhause vergessen, in der Schule kommt spontan ein Thema mit mündlicher Kontrolle und so weiter: Man kann eine Lehrstunde nicht
immer voll durchkalkuliert haben und muss improvisieren. Ein guter Nachhilfelehrer ist mit einer spontan einsetzbaren Option der Situation vorraus. Ein bisschen Kreativität hilft auch, die Langeweile einzugrenzen. Die killt den Lerneffekt sowieso. Das will man aber als Nachhilfelehrer auf keinen Fall.

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