Auch Studierende müssen arbeiten: Kassieren


In der Serie Auch Studierende müssen arbeiten gebe ich ein paar Tipps zum Job neben dem Studium als Checkliste und stelle nach und nach drei Jobs vor, die ich mit meinen eigenen Erfahrungen beschreiben kann.


Ein Studentenjob schlechthin?

In der nächsten Filiale einer Discount-Kette zu kassieren, ist mit Sicherheit einer der klassischen Studentenjobs. Einerseits ist in einer Stadt mit nicht unbedingt der kleinsten Einwohnerzahl immer ein Markt im Discountstil ansässig, andererseits vergeben diese immer Aushilfsjobs. Dabei werden an Kassierer einige grundlegende Bedingungen gestellt, mit denen man umgehen können muss.

Sei doch bitte…

… freundlich. Die Anforderungen sind prinzipiell Freundlichkeit, Genauigkeit sowie Schnelligkeit. Kunden möchten an der Kasse freundlich bedient werden. Dabei steht man als Kassierer vor einigen Problemen. Ein Lächeln mehr ist nie verschenkt, um freundlich zu wirken. Ob zuhause alles einstürzt oder der Job einen heute tierisch nervt, möchten Kunden nicht mitbekommen. Wer eine Firma vor Kunden repräsentiert, sollte in einem solchen Fall lieber ein paar mehr "Danke, Bitte, Schönen Tag" verteilen.

… genau. Denn ebenfalls möchte niemand bei seinem Einkauf etwas doppelt zahlen, oder zum falschen Preis. Deshalb ist der Kassierer gefragt, einerseits nur das zu Kassieren, was auch wirklich auf dem Band liegt, und andererseits muss dies zum im Laden ausgezeichneten Preis geschehen. Bei einem 150-300€ – Einkauf gehen möglicherweise Artikel doppelt über die Kasse. Selbst korrigieren ist gut, auch wenn der Fehler nicht sein sollte. Kunden werden für gewöhnlich sehr ungnädig, wenn auf dem Kassenbon was nicht stimmt.

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… schnell. Genauso ist an der Kasse zu warten für den Deutschen von heute verschenkte Lebenszeit, für die der Markt bald schon Entschädigung zahlen muss. Was auch passiert, wenn Ketten wie Kaufland bei Wartezeiten Gutscheine vergeben, um die Gemüter zu besänftigen. Deshalb ist es nicht unüblich, dass das Kassenbüro Statistiken mit Artikeldurchsatz pro Stunde f&uumlhrt, und den Kassierer antreibt.

Was gehört dazu?

Ein bedeutender Vorteil für Studierende: Kassieren braucht man nicht vorbereiten. Du gehst auf Arbeit, erledigst deine Stunden und gehst wieder nach Hause. Studierende haben zuhause genug mit Uni, eigener Wohnung und Hobbies zu tun, warum noch Mühe für einen später bedeutungslosen Nebenjob verschwenden? Hier kommt das Kassieren mit dicken Pluspunkten daher.
Noch dazu kommt, dass die Verantwortung vergleichsweise gering ist, und man feste Abläufe beim Kassieren abspielen kann. Zwar möchte der Arbeitgeber keine ewig leiernde, ausdruckslose Hülle von Mensch an seiner Kasse beschäftigen, dafür werden mit kleinen Schulungen und Vorschriften halb vorgefertigte Phrasen eintrainiert. Hier muss man für sich entscheiden, ob einem so etwas in der Seele wehtut, oder man lieber den eigenen Aufwand nach Vorschrift klein hält.

Was gibt's für's Konto?

Verdienste richten sich auch bei Aushilfen nach den Tarifrahmenverträgen. Dabei gibt es natürlich Unterschiede hier und da, sodass eine genaue Aussage nicht einfach ist. Zehn Euro sind wohl als Obergrenze zu sehen. Außerdem gibt es Zuschläge nach 18:00 als Spätöffnungszuschlag. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, alles was man als einen Standard in Deutschland ansehen kann. Alles andere ist Privatvergnügen, Anfahrten und dergleichen wird nicht vergütet.

Noch ein paar allgemeine Tipps

Arbeitszeit festlegen. Es ist für einen selbst als Student und ebenso für den Arbeitgeber sinnvoll, sich wöchentlich wiederholende Zeiten festzulegen. Damit erleichtert man dem Arbeitgeber die Planung und hat selbst eine einfachere Planung für den Studieralltag.

Stress mindern. Persönlich finde ich den Kassierjob sehr anstrengend. Man muss schnell arbeiten und immer freundlich bleiben. Hungrig zieht man schnell ein Gesicht und ist nicht mehr freundlich. Außerdem ist der meist konstante Strom von Kunden und Waren, die es über den Scanner zu ziehen gibt, auf Dauer belastend. Wem der ständige oberflächliche Kontakt mit den Kunden nicht liegt, der ist schlicht davon genervt, auch immer leere Floskeln und Phrasen zu wiederholen. Andererseits geben diese Phrasen einen klaren, sicheren Rahmen vor, den man ausfüllen muss. Wer sich als etwas unsicher sieht, hat so einen guten Leitfaden an der Hand.

Sich auskennen. Als Kassierer gibt es eine Fülle von Codes und Nummern, die das Kassieren erleichtern. Diese sollte man auswendig lernen. Genauso gilt es, sich in Computerkassen einzuarbeiten, dass man diese zuverlässig bedienen kann.

Die Kunden ertragen. Menschen an der Kasse sind nicht unbedingt sehr freundlich und erwarten wenig vom Kassierer. (Natürlich ist hier nicht jeder gleich.) Damit muss man umgehen können bzw. es ertragen.

Alles in Allem ist zu sagen, dass der Kassiererjob für eine Aushilfe durch seine Einfachheit besticht. Verantwortungen und Ansprüche des Vollzeitjobs spart man sich. Außerdem ist die Hauptarbeitszeit für eine Aushilfe eher spät, da nachmittags und abends Stoßzeiten sind und die Uni aus.

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