Auch Studierende müssen arbeiten: Hotelrezeption


In der Serie Auch Studierende müssen arbeiten gebe ich ein paar Tipps zum Job neben dem Studium als Checkliste und stelle nach und nach drei Jobs vor, die ich mit meinen eigenen Erfahrungen beschreiben kann.


Hast du dir schon einmal vorgestellt, als erstes vom Gast gesehen zu werden? Und an dieser Stelle auch der wichtigste Mensch in einem Hotel zu sein?
Für Gäste da zu sein, die du nicht kennst, aber auf deine Informationen angewiesen sind? Die nach einem anstrengenden Tag nur in ihr Zimmer im Hotel wollen? Und das möglichst stressfrei. Dieser Artikel zeigt dir die vielen Aufgaben des Rezeptionisten!

Jeden Tag international

Als Rezeptionist nimmst du tagtäglich Menschen zur Übernachtung auf. Je nach Hotel hast du dabei Gäste von überall her. Jung und alt, freundlich und genervt, gesprächig und kurz angebunden, aus Europa, aus Asien oder von den amerikanischen Kontinenten, alle sind vertreten. Als Rezeptionist führt über dich der Weg in und aus dem Hotel. Eine abwechslungsreiche Sache, Ansprechpartner so unterschiedlicher Gäste zu sein. Sprechen ist hier ein Schlüsselwort: als Rezeptionist sind Fremdsprachenkenntnisse absolut gefragt. Englisch ist dein täglicher Begleiter, nicht nur müssen Telefongespräche oder eMails zu Buchungen erledigt werden, sondern ausländische Gäste sind genauso häufig. Nicht nur dass Sprachen bei der Verständigung helfen, es freut Gäste immer, in ihrer Muttersprache kommunizieren zu können. Das gibt ein kleines Gefühl von Vertrautheit und zeigt auch die Kompetenz und Gastfreundschaft der Mitarbeiter.

Ansprechpartner für alles

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Für einen Gast ist der Rezeptionist das Gesicht und die Stimme des Hotels. Neben dem Servicepersonal ist man als Rezeptionist derjenige, den der Gast sieht und der Ansprechpartner in vielen Belangen ist. Ob auf dem Zimmer das Kopfkissen nicht passt, die Klimaanlage zu kalt ist oder ein Handtuch fehlt, der Gast wendet sich an dich. Je nach Tageszeit kannst du einige von diesem Aufgaben weitergeben oder musst sie selbst ausführen. Ist das Housekeeping schon im Feierabend, trägst du das gewünschte Kissen auch selbst auf's Zimmer.

Du fragst beim Check In persönliche Daten für die korrekte Rechnungsstellung ab, teilst den Gästen Zimmer zu, beschreibst ihnen die Lage von Zimmer, Restaurant, Bar, Fitnessanlage und Konferenzräumen. Du informierst über Preise von Frühstück, die Karte für das Abendessen und beschreibst den Weg zu nahegelegenen Restaurants. Du musst dich also im Hotel gut auskennen, sowie auch in der entsprechenden Stadt. Du rufst Taxis, schaust Bahnverbindungen nach und berätst Gäste bei der Anreise zum Hotel. Als Rezeptionist verkaufst du auch Zeitungen, kleine Snacks und, und, und.

Neben dem Service für die Gäste vor Ort berätst du Gäste per Telefon und eMail zu Zimmerpreisen, Anreise und Zusatzwünschen. Wenn ein Gast von dir Tipps erbittet, ob er von Madrid das Hotel besser über Frankfurt oder München erreicht, dann ist es deine Aufgabe, hier zu recherchieren. Außerdem buchst du Gäste per Telefon oder eMail ein.

Das Geschäft vor Ort führen

Als Rezeptionist verwaltest du einen Teil des Geldgeschäfts. Neben allen Aufgaben, die mit den Gästen zu tun haben, fallen auch viele interne Aufgaben an. Für die Buchführung des Hotels kontrollierst du Kreditkartenumsätze, verwaltest die Zahlung der Tiefgarage für Veranstaltungen von externen Auftraggebern und kassierst von Kreditkarten und in bar. Dazu bekommst du Schulungen zur Erkennung von Sicherheitsmerkmalen bei Geld und Kreditkarten.

Der Service verwaltet seine Geldbeträge über die Rezeption und das Housekeeping lässt durch dich gereinigte Zimmer verbuchen. Außerdem verfügst du über zahlreiche Schlüssel, wie zum Beispiel für das Housekeeping, die Zimmer und viele andere Bereiche des Hotels. Diese musst du korrekt ausgeben und wieder in Empfang nehmen. Interne Telefone stehen in deinem Bereich, mit denen du zum Beispiel mit Gästen an der Tiefgaragenschranke kommunizierst. Der Gast auf dem Zimmer ruft dich bei Fragen an.

Außerdem untersteht dir, wenn Reservierungsmitarbeiter nicht im Haus sind, das elektronische Buchungssystem. Hier bearbeitest du die Daten der Gäste, wobei es viele Kleinigkeiten zu beachten gibt. Auch hierbei fallen manche Verantwortungen nicht in deinen Bereich, du musst sie also an die Reservierung weitergeben.

Die Verantwortung an der Rezeption kommt sicher nicht zu kurz. Ist dir weitgehend selbstständiges Arbeiten, Organisieren und Betreuen von Gästen nicht zu viel, sondern ein Maß an Freiheit am Arbeitsplatz, wie du es gern hast? An der Rezeption bist du ein vielseitig beschäftigter Angestellter.

Was gibt's für's Konto?

Löhne im Hotelgewerbe richten sich nach den Tarifrahmenverträgen. Urlaub ist bezahlt, das war's aber auch fast schon. Spätöffnungszuschläge gibt es nicht. Der Bruttolohn liegt hier bei knappen 10€. Ist man in entsprechenden Ketten tätig, kann man aber zahlreiche Vergünstigungen an anderen Stellen abgreifen. Je nach Arbeitgeber kann man Vergünstigungen auf Mietwagen bis etwa 60%, 50% Nachlass auf Speisen im Hotel selbst, vergünstigte Übernachtungen in anderen Hotels bis zu 50% und zahlreiche andere lohnende Vorteile bekommen. Hierbei sind die Kooperationen und Zugehörigkeiten des Arbeitgebers entscheidend. Für bestimmte Erfolge am Arbeitsplatz gibt es Prämien zu verdienen. Somit hast du monatlich zwar nicht das Geld zur Verfügung, aber ein Urlaub, der nur die Hälfte kostet, ist auch nicht zu verachten.

Was ist hilfreich?

Zuallererst sollte man bereit sein, im Schichtdienst zu arbeiten. Als Student ist das praktisch, abends, nachts und am Wochenende ist eben mehr Zeit. Auch Sonn-und Feiertags muss man arbeiten. Als Aushilfe kann man aber oft mit dem Vorteil durchkommen, dass das Tagesgeschäft vielleicht nicht ausreicht, um auch an diesen Tagen zu arbeiten.

Du solltest dich schnell in Computersysteme einarbeiten können und immer freundlich bleiben. Der Gast erwartet das von dir.

Gute Englischkenntnisse sind sehr hilfreich und die ein oder andere gängige Sprache, wie z.Bsp. Französisch und Spanisch sind in einem deutschen Hotel wirklich von Vorteil.

Auf ein gepflegtes Äußeres wird Wert gelegt, und ein Sinn für Ordnung und Koordination hilft dauerhaft.

Wenn an der Rezeption Stoßzeit ist, und du 3 Gäste eincheckst, einen davon abkassierst und am Telefon ein Taxi rufst, während das zweite schon klingelt, erlebst du, wie fordernd der Job ist. Aber man sollte sich nicht täuschen, trotz all der Aufgaben gibt es auch Zeiten, in denen nichts passiert, und du im Back Office auf Abruf sitzt. Ist wenig Tagesgeschäft, kann es auch furchtbar langweilig sein.

Immer Abwechslung an der Rezeption

Alles in Allem kommt der Rezeptionsjob mit viel Verantwortung daher, mit vielen Aufgaben und auch Stress. In anderen Branchen ist der Verdienst höher und Zusatzzahlungen kein Fremdwort. Aber viel Verantwortung kann Spaß machen. Man hat immer 1-3 Kollegen bei sich, die in einem kleinen Team die Aufgaben verteilt erledigen. Die Atmosphäre kann mit dem Stammgast sehr persönlich werden, oder sehr oberflächlich mit dem Rest. Unterschiedliche Aufgaben sind genügend da, und es wird nie monoton. Und deshalb fühlt man sich wesentlich mehr wie ein wichtiger Bestandteil eines Betriebs mit einer sinnvollen Aufgabe, als an der Kasse eines Discounters. Ob Vorteile Nachteile aufwiegen, sollte man ausprobieren.

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